Bundesnetzagentur: Aus­bau Er­neu­er­ba­rer Ener­gi­en 2024

Die Bundesnetzagentur hat erste Zahlen zum Zubau erneuerbarer Energien für die Stromerzeugung im Jahr 2024 ermittelt. Die installierte Leistung von Erneuerbare-Energien-Anlagen stieg um knapp 20 Gigawatt auf eine Gesamtleistung von knapp 190 Gigawatt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von 12 Prozent. Hauptanteil an dieser Entwicklung haben die Energieträger Solar und Wind.

Solar

Der Zubau der Solarleistung fiel 2024 mit 16,2 Gigawatt nochmal etwas höher aus als im Vergleich zum Vorjahreszubau. Zwei Drittel des Zubaus erfolgte auf Hausdächern oder an Gebäuden und Fassaden, der Rest auf größeren Flächen. In Bayern wurde 2024 mit 4,0 Gigawatt die meiste Solarleistung installiert. Die aktuell größte Solaranlage Deutschlands wurde mit 162 Megawatt im Frühjahr 2024 in Sachsen in Betrieb genommen. Am Jahresende 2024 betrug die installierte Solar-Gesamtleistung in Deutschland 99,3 Gigawatt.

Weiterhin werden Solaranlagen häufig mit Speichern kombiniert. Dabei ist 2024 ein leichter Anstieg der durchschnittlichen Bruttoleistung der Speicher zu beobachten. Hinzu kommt die Inbetriebnahme eines Großspeichers kurz vor dem Jahreswechsel. Dieser wurde in Hamm mit einer Leistung von 174 Megawatt realisiert. Weitere Inbetriebnahmen von Großspeichern sind für 2025 bereits im Register vermerkt.

Als sogenannte Balkonanlagen (steckerfertige Solaranlagen) registrierte die Bundesnetzagentur 2024 etwa 435.000 Anlagen im Marktstammdatenregister. Dies entspricht einem Anteil am gesamten deutschen Solarzubau in Höhe von 2,6 Prozent (0,4 Gigawatt). Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 1,5 Prozent (0,2 Gigawatt). Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass die Zahl dieser Anlagenart noch höher ist, da vermutlich nicht alle Balkonanlagen registriert sind.

Wind an Land

Die im Jahr 2024 an Land zugebaute Windleistung liegt mit 2,5 Gigawatt unter dem Vorjahresniveau. In diesem Zubauwert sind von den neu in Betrieb genommenen Anlagen die stillgelegten Anlagen abgezogen. Es wurden knapp 0,7 Gigawatt Windenergieleistung als endgültig stillgelegt registriert. An den Standorten werden dann im Rahmen des Repowerings häufig leistungsstärkere Anlagen in Betrieb genommen. Die installierte Gesamtleistung am Jahresende 2024 beträgt damit 63,5 Gigawatt. Bis 2030 soll sie sich auf 115 Gigawatt steigern.

2024 wurden Genehmigungen für knapp 15 Gigawatt Windenergie an Land erteilt – ein Rekord, der fast 90% über dem Wert von 2023 (8 Gigawatt) liegt. Dies ist im zweiten Jahr in Folge ein deutlicher Anstieg und lässt steigende Inbetriebnahmezahlen in den kommenden Jahren erwarten.

Wind auf See

Zwischen Mai und September 2024 sind 73 Windenergieanlagen auf See neu in Betrieb gegangen. Dabei handelt es sich um den in der Ostsee liegenden Windpark Baltic Eagle und den in der Nordsee liegenden Windpark Gode Wind. In 2024 wurde insgesamt eine Leistung von 0,7 Gigawatt in Betrieb genommen. Damit wurde 2024 mehr als doppelt so viel Windleistung auf See zugebaut wie im Vorjahr. Insgesamt ist eine Leistung von 9,2 Gigawatt in Ost- und Nordsee installiert.

Biomasse

Der Zubau der Biomasseanlagen hat sich im Jahr 2024 mit 110 Megawatt auf gleichem Niveau wie im Vorjahr entwickelt. In der Region Hannover wurden zwei große Biomethan-BHKWs mit einer elektrischen und thermischen Leistung von jeweils 20 Megawatt in Betrieb genommen. Die gleiche Leistung hat auch ein Heizkraftwerk in Oberkirch in Baden-Württemberg, das 2024 von Steinkohle auf Biomasse umgestellt worden ist. Damit sind insgesamt ca. 9 Gigawatt Biomasseleistung in Betrieb.

Reminder Forschungsprojekt junges Wohnen

Kürzlich haben wir Ihnen den Hinweis auf ein Forschungsprojekt zum „Jungen Wohnen“ (Wohnsituation von Auszubildenden und Studierenden) weitergeleitet. Das Institut der deutschen Wirtschaft ist mit der Erhebung hierzu vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) beauftragt worden.

Sie haben noch bis zum 17.1. die Möglichkeit, an der Onlineumfrage teilzunehmen. Über den folgenden Link können Sie an der Befragung teilnehmen:
https://fragen.uzbonn.de/jungeswohnen

Ihre Zeit ist wichtig, deswegen ist der Fragebogen in circa 10 Minuten zu beantworten. Auf der Startseite finden Sie Hinweise zum Datenschutz sowie Ansprechpersonen für Fragen. Durch Ihre Mitwirkung leisten Sie einen wertvollen Beitrag für den Aufbau einer Wissensgrundlage für die Arbeitsmarkt- und Wohnungspolitik. Wir bedanken uns bereits jetzt für Ihre Mühe.

Sollten Sie bereits teilgenommen haben, danken für Ihnen herzlich für die Unterstützung!

DIW: Preise am Wohnungsmarkt stabilisieren sich – Nachfrage hoch, Angebot weiter zu knapp

Im Jahr 2024 setzte sich die 2022 begonnene Korrektur am deutschen Immobilienmarkt noch fort. Die Europäische Zentralbank hatte die Leitzinsen von Juli 2002 bis September 2023 von 0 auf 4,5 Prozent angehoben. Mittlerweile liegt der Hauptrefinanzierungssatz wieder bei 3,8 Prozent, aber die Finanzierung von Bau- und Kaufvorhaben ist nach wie vor deutlich teurer als vor dem Preishöchststand im Jahr 2022. Gestiegene Energie- und Verbraucherpreise haben die Kaufkraft vieler Haushalte in den letzten zwei Jahren zudem belastet. Die reduzierte Kreditnachfrage wurde begleitet von einer restriktiveren Kreditvergabe der Banken. Das Volumen der neu vergebenen Wohnungsbaukredite ging ausgehend von seinem Maximum im März 2021 bis zu seinem Minimum im Dezember 2023 um fast 60 Prozent zurück.info Seitdem steigt das Kreditvolumen zwar wieder. Allerdings liegt es immer noch mehr als 40 Prozent unter seinem Maximum. Dies hatte Auswirkungen auf die Immobilienpreise und die Mieten.

Die Preis- und Mietentwicklung auf dem deutschen Wohnungsmarkt spielt für die Unternehmen und Haushalte eine wichtige Rolle. Deshalb widmet sich eine umfangreiche Forschung der Immobilienpreisdynamik.info Seit dem Jahr 2014 wird am DIW Berlin regelmäßig die Preisentwicklung in Kreisen Deutschlands analysiert und auf Grundlage statistischer Verfahren untersucht, ob es zu Preisübertreibungen kommt.info

Die vorliegenden Studie aktualisiert die Auswertungen. Grundlage ist ein Datensatz des Immobilienverbandes IVD über Miet- und Kaufpreise für Wohnimmobilien (Kasten). Der Datensatz ist in Deutschland fast einmalig, da er nahezu die Hälfte aller Kreise und alle relevanten Wohnungsmarktsegmente abdeckt. Dies erlaubt eine detaillierte regionale Analyse differenziert nach Mieten, Haus- und Grundstückspreisen.

Link

Aufruf zur Teilnahme an Online-Umfrage zum BBSR-Projekt „Altersgerechter Neubau“

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBSR) hat Anfang 2024 das Forschungsprojekt »Neubau von altersgerechten Wohnungen – Quantitäten und deren Belegungsstrategien« ins Leben gerufen. Das Forschungsprojekt soll unter anderem klären, inwiefern die derzeitige und künftige Neubauentwicklung altersgerechter Wohnungen einen Beitrag zur Wohnraumversorgung älterer und anderer bedürftiger Personen leistet, und darauf aufbauend Handlungsempfehlungen für Bund, Länder und Kommunen sowie Wohnungsanbieter ableiten.

Wichtige Grundlage der Untersuchung ist eine bundesweite Online-Befragung bei Anbietern neu gebauter Wohnungen, die vom Berliner Forschungs- und Beratungsunternehmen empirica durchgeführt wird. empirica hat Adressen von Wohnungsunternehmen selbst organisiert und schreibt diese direkt an. Der GdW hat keine Adressen zur Verfügung gestellt.

Der GdW unterstützt das Forschungsvorhaben inhaltlich und empfiehlt eine Teilnahme an der Umfrage. Die Befragung dauert 10 bis 15 Minuten und ist unter folgendem Link freigeschaltet:

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Unterstützung bei der Befragung von Unternehmen im Segment “junges Wohnen”

Mit diesem Schreiben bittet Sie das Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. sehr herzlich um Unterstützung bei einer deutschlandweiten Befragung zum Thema „Junges Wohnen“.

Die Wohnsituation Studierender und Auszubildender ist angespannt, denn bezahlbarer Wohnraum für junge Menschen in Ausbildung ist besonders in den Groß- und Universitätsstädten knapp. In ländlichen Regionen befindet sich hingegen ein zum Teil unzureichendes Angebot an Wohnheimen, WG-Zimmern und kleinen Mietwohnungen für Auszubildende. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) haben vor diesem Hintergrund das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mit der Durchführung des Forschungsprojekts „Wohnraumversorgung und Wohnraumbedarfe Studierender und Auszubildender“ beauftragt.

Im Rahmen des Forschungsprojekts werden Informationen über die Wohnraumversorgung, Wohnraumbedarfe und Wohnwünsche Auszubildender und Studierender sowohl auf Anbieter- als auch Nachfrageseite erhoben, analysiert und zusammengeführt. Ziel ist es, Ansätze für eine angemessene und bedarfsgerechte Wohnraumversorgung von Auszubildenden und Studierenden abzuleiten.

Um Daten über die Ausgestaltung der Angebote, Anreize, Potentiale und Hemmnisse zu erhalten, benötigt das IW Ihre Unterstützung. Für uns als Verband ist das Thema von höchster Relevanz und deshalb unterstützen wir das IW bei diesem Vorhaben. Wir bitten Sie daher, an der Befragung teilzunehmen, wenn Sie Angebote für Auszubildende und/oder Studierende haben (Wohnheime, Wohngruppen, (Mikro-)Appartements, Einrichtungen für Blockschüler, Mitarbeiterwohnungen oder vergleichbare Angebote).

Über den folgenden Link können Sie an der Befragung teilnehmen: https://fragen.uzbonn.de/jungeswohnen

Ihre Zeit ist wichtig, deswegen ist der Fragebogen in circa 15 Minuten zu beantworten. Auf der Startseite finden Sie Hinweise zum Datenschutz, ein Empfehlungsschreiben des BMWSW sowie Ansprechpersonen für Fragen.

Im Anschluss an die Befragung werden die Ergebnisse ausgewertet, mit den weiteren Ergebnissen des Forschungsprojekts zusammengeführt und voraussichtlich im Sommer 2025 auf der Webseite des BBSR www.bbsr.bund.de veröffentlicht.

Durch Ihre Mitwirkung leisten Sie einen wertvollen Beitrag für den Aufbau einer Wissensgrundlage zur Verbesserung der Angebotssituation im „Jungen Wohnen“. Wir bedanken uns bereits jetzt für Ihre Mühe.

Prof. Dr. Michael Voigtländer
Leiter TC Int. Wirtschaftspolitik, Finanz- und Immobilienmärkte

ifo-Institut: Beschäftigungsbarometer weiter gefallen

Die Unternehmen sind zurückhaltender bei der Personalplanung. Das ifo Beschäftigungsbarometer sank im Oktober auf 93,7 Punkte, nach 94,0 Punkten im September. Das ist der niedrigste Wert seit Juli 2020. „Die Situation am Arbeitsmarkt entwickelt sich seit Monaten negativ, nicht stark, aber kontinuierlich“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Die Unternehmen besetzen eher Stellen nicht neu, als dass sie Mitarbeiter entlassen.“

In der Industrie ist das Barometer erneut rückläufig. Aufgrund der schwierigen Auftragslage werden weniger Mitarbeiter benötigt. Ähnliches gilt für den Handel, obwohl dort der Indikator leicht gestiegen ist. Bei den Dienstleistern gleichen sich positive und negative Antworten gegenwärtig nahezu aus. Hier ist von einer konstanten Entwicklung der Mitarbeiterzahlen auszugehen. Gleiches gilt auch für das Bauhauptgewerbe. Mitarbeiter werden weiterhin im Tourismus und der IT-Branche gesucht.

Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2024: Deutsche Wirtschaft im Umbruch – Konjunktur und Wachstum schwach

Die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose prognostiziert für das Jahr 2024 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland um 0,1 %. Für die kommenden beiden Jahre erwarten die Institute eine schwache Erholung mit Zuwächsen von 0,8 % (2025) und 1,3 % (2026). Gegenüber der Prognose vom Frühjahr bedeutet dies eine Abwärtsrevision um 0,2 (2024) und 0,6 (2025) Prozentpunkte. „Neben der konjunkturellen Schwäche belastet auch der strukturelle Wandel die deutsche Wirtschaft“, sagt Dr. Geraldine Dany-Knedlik, Leiterin des Bereichs Prognose und Konjunkturpolitik am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Dekarbonisierung, Digitalisierung, demografischer Wandel und wohl auch der stärkere Wettbewerb mit Unternehmen aus China haben strukturelle Anpassungsprozesse ausgelöst, die die Wachstumsperspektiven der deutschen Wirtschaft dämpfen.“

Die deutsche Wirtschaft tritt seit über zwei Jahren auf der Stelle. Im kommenden Jahr dürfte eine langsame Erholung einsetzen, aber an den Trend von vor der Corona-Pandemie wird das Wirtschaftswachstum auf absehbare Zeit nicht mehr anknüpfen können. Die sich überlagernden Wirkungen von Strukturwandel und konjunktureller Flaute zeigen sich besonders im Verarbeitenden Gewerbe. Betroffen sind vor allem die Investitionsgüterhersteller und energieintensive Industriezweige. Ihre Wettbewerbsfähigkeit leidet unter den gestiegenen Energiekosten und der zunehmenden Konkurrenz durch hochwertige Industriegüter aus China, die deutsche Exporte auf den Weltmärkten verdrängen. Konjunkturell macht dem Verarbeitenden Gewerbe aber auch die schwächelnde globale Industrie und der damit verbundene Mangel an neuen Aufträgen zu schaffen. Abgemildert wird dies durch die teilweise kräftig gestiegene Bruttowertschöpfung in den – insbesondere staatlich geprägten – Dienstleistungsbereichen wie dem Erziehungs- und Gesundheitswesen.

Symptomatisch für die Probleme im Verarbeitenden Gewerbe ist nach Einschätzung der Institute die anhaltende Investitionsschwäche. Konjunkturell dürfte in Deutschland vor allem das nach wie vor hohe Zinsniveau und die hohe wirtschafts- und geopolitische Unsicherheit die Investitionstätigkeit der Unternehmen und die Anschaffungsneigung der privaten Haushalte belastet haben. Die privaten Haushalte legen ihr Einkommen vermehrt auf die hohe Kante, statt Geld für neue Wohnbauten oder Konsumgüter auszugeben.

Die strukturellen Anpassungsprozesse dürften dem Gutachten zufolge andauern und die konjunkturellen Bremsen sich nur langsam lösen. Getragen wird die zaghafte Erholung von einer Belebung des privaten Verbrauchs, der von kräftigen Zuwächsen der real verfügbaren Einkommen getragen wird. Das Anziehen der Konjunktur in wichtigen Absatzmärkten, wie den europäischen Nachbarländern, wird den deutschen Außenhandel stützen. Zusammen mit günstigeren Finanzierungsbedingungen kommt dies den Anlageinvestitionen zugute.

Auf dem Arbeitsmarkt zeigt der wirtschaftliche Stillstand mittlerweile deutlichere Spuren: Die Zahl der Arbeitslosen ist zuletzt weiter leicht gestiegen. Erst im Verlauf des kommenden Jahres, wenn sich die wirtschaftliche Aktivität allmählich erholt, dürfte die Arbeitslosigkeit wieder zurückgehen.

Die Inflationsrate ist im August auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren zurückgegangen und wird im Prognosezeitraum voraussichtlich in der Nähe des Inflationsziels der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent liegen.

Bundesregierung rechnet mit Belebung der Wirtschaft im kommenden Jahr

Die Bundesregierung hat am 09.10.2024 die Herbstprojektion vorgelegt. Demnach rechnet sie mit einer Belebung der Wirtschaft im kommenden Jahr. Diese ist umso stärker, je schneller und besser die Wachstumsinitiative der Bundesregierung umgesetzt wird. In der Herbstprojektion geht die Bundesregierung vor diesem Hintergrund davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr preisbereinigt um 0,2 Prozent verringert. Zu Jahresbeginn 2025 dürften die Auftriebskräfte im Zuge einer Belebung des privaten Konsums, einer Erholung der Nachfrage nach Industrieerzeugnissen aus dem Ausland und einer Trendwende bei der Investitionstätigkeit dann wieder an Dynamik gewinnen. Hinzu kommen stützende Effekte von den Maßnahmen der Wachstumsinitiative, mit der die Bundesregierung die strukturellen Probleme Deutschlands systematisch angeht: mit einer Stärkung von Investitionsanreizen, einer Erhöhung der Arbeitsanreize für ältere Beschäftigte, Erleichterungen bei der Fachkräftegewinnung aus dem Ausland, Bürokratieabbau, der dauerhaften Senkung der Stromsteuer für die produzierenden Unternehmen und der Verlängerung der Strompreiskompensation für energieintensive Unternehmen. Insgesamt rechnet die Bundesregierung für das Jahr 2025 mit einer Steigerung des realen Bruttoinlandsprodukts um 1,1 Prozent, 2026 dürfte sich der Anstieg auf 1,6 Prozent nochmal verstärken.

Link DIW
Link BMWK

Bundespreis UMWELT & BAUEN 2025 nimmt Bauen im Bestand in den Fokus

BMUV und UBA zeichnen zum dritten Mal nachhaltige Gebäude, Quartiere und Innovationen aus – Einreichungen ab sofort möglich

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) und das Umweltbundesamt (UBA) loben den Bundespreis UMWELT & BAUEN zum dritten Mal aus. Unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltministerin Steffi Lemke würdigt der Bundespreis UMWELT & BAUEN Projekte, welche die Werte der europäischen Initiative Neues Europäisches Bauhaus – Nachhaltigkeit, Ästhetik und Inklusion – ganzheitlich umsetzen. Ab sofort werden in vier Kategorien Vorbilder für das Bauen im Bestand gesucht. Die Ausschreibung richtet sich an Vordenker*innen aus den Bereichen Architektur, Fachplanung und Bauprodukte. Teilnahmeschluss ist der 18. November 2024. Die Preisverleihung findet am 7. April 2025 statt.

Im Fokus des Bundespreis UMWELT & BAUEN 2025 steht der Gebäudebestand. Weder die Treibhausgasemissionen noch die Inanspruchnahme von Ressourcen oder das Abfallaufkommen des Bausektors lassen sich mit nachhaltigem Neubau ausreichend reduzieren. Gesucht werden daher energetische Sanierungen, Modernisierungen Umbauten, Aufstockungen und Nachverdichtungen, welche ⁠ Klimaschutz ⁠ und anpassung, Kreislauffähigkeit, Energieeffizienz und ⁠ Biodiversität ⁠ mit Suffizienzstrategien und sozialen Gesichtspunkten in Einklang bringen. „Ziel des Wettbewerbs ist insbesondere, die Vereinbarkeit von ⁠ Nachhaltigkeit ⁠- und Klimaschutzorientierung sowie der sozialen Dimension aufzuzeigen. Erfolgreicher Klimaschutz bedeutet auch, alle Teile der Bevölkerung mit einzuschließen. Mit dem Preis möchten wir Bau- und Umbauprojekte fördern, die soziale, ökologische und ökonomische Aspekte mitdenken“, sagt ⁠ UBA ⁠-Präsident Dirk Messner. Preiswürdig sind vor allem Resultate, die sich auf andere Gebäude übertragen lassen und so zu einer Beschleunigung der Bauwende beitragen.

Die Preisträgerprojekte werden der Öffentlichkeit und den Medien auf einer Preisverleihung am 7. April 2025 im Bundesumweltministerium in Berlin vorgestellt. Sie werden zu Vorbildern für nachhaltiges Bauen und können politische Entscheidungen positiv beeinflussen. Auf der Website des Umweltbundesamts werden die ausgezeichneten Projekte detailliert präsentiert. Durch das UBA produzierte Videoportraits informieren die interessierte Öffentlichkeit.

Kategorien und Teilnahmebedingungen: Der Bundespreis UMWELT & BAUEN 2025 wird in den Kategorien „Wohngebäude“, „Nicht-Wohngebäude“, „Quartier“ sowie „Sonderpreis für Bauprodukte, bautechnische oder digitale Innovationen” verliehen. Die Bauwerke müssen vorbildlich und in Deutschland bereits realisiert sein. Bei Quartieren genügt eine teilweise Realisierung. Die Innovationen des Sonderpreises müssen marktverfügbar sein. Projekte einreichen können alle Projektbeteiligten wie Bauträger, Architektur- und Planungsbüros, Hersteller oder Forschungseinrichtungen ab sofort bis zum 18. November 2024. Mehrfachbewerbungen in verschiedenen Kategorien sind möglich.

Näheres zu den Teilnahmebedingungen, das Bewerbungsformular sowie die Preisträger der Vorjahre sind online zu finden unter: https://www.umweltbundesamt.de/bundespreis-umwelt-bauen-start .

Hintergrund:
Die aktuelle Sanierungsrate bei Immobilien in Deutschland genügt den Klimaschutzzielen nicht. Der Bundespreis UMWELT & BAUEN 2025 fördert durch die Auszeichnung von Best Practice-Beispielen innovative Technologien, eine fortschrittliche Architektursprache sowie die Wertschätzung der Bevölkerung für die Rohstoffe, die Historie, die Arbeitsleistung und die Baukultur, welche sich in Bestandsgebäuden manifestiert. Nach heutigen Effizienzanforderungen errichtete Neubauten machen nur einen kleinen Anteil des Gebäudebestandes aus und können dessen Energiebedarf daher kaum senken. Eine Intensivierung von Ersatzneubauten ist hinsichtlich der einhergehenden Inanspruchnahme von Ressourcen nicht zielführend. Das Erhalten und Weiterentwickeln des Bestands muss daher zum Standard werden.

Wohnungsmarktbarometer München: Kaufpreise gesunken, Mieten gestiegen

Mit dem Wohnungsmarktbarometer veröffentlicht das Referat für Stadtplanung und Bauordnung regelmäßig eine Auswertung der Angebotsmieten und Kaufpreise für Wohnimmobilien in der Stadt München. Die neueste Analyse für das Jahr 2023 zeigt, dass die Kaufpreise erstmals seit vielen Jahren gesunken sind – im Bestand deutlich stärker als im Neubau. Zum Verkauf wurden Neubauwohnungen für durchschnittlich rund 12.600 Euro pro Quadratmeter angeboten, 1,9 Prozent weniger als im Jahr 2022. Dabei wurden die Immobilien in den meisten Größenklassen zu niedrigeren Preisen als vor einem Jahr inseriert. Für den Erwerb einer Bestandsimmobilie wurden mit rund 8.600 Euro pro Quadratmeter durchschnittlich 11,4 Prozent weniger verlangt als im Jahr 2022.

Anders sieht es bei den Mieten aus: Die durchschnittliche Erstbezugsmiete für eine unmöblierte Neubauwohnung lag in der Landeshauptstadt 2023 bei 23,82 Euro pro Quadratmeter und damit acht Prozent über dem Niveau von 2022. Im Bestand waren die Wiedervermietungsmieten unmöblierter Wohnungen mit 20,40 Euro pro Quadratmeter um 6,3 Prozent höher gegenüber dem Vorjahr.

22,4 Prozent aller inserierten Wohnungen wurden 2023 möbliert angeboten. Dabei handelte es sich vor allem um kleinere Bestandswohnungen zwischen 20 und 40 Quadratmetern. Möblierte Neubauwohnungen wurden für durchschnittlich 31,23 Euro pro Quadratmeter und damit um etwa zwölf Prozent teurer als 2022 angeboten. Sie waren um rund 31 Prozent teurer als unmöblierte Neubauwohnungen. Möblierte Bestandswohnungen wurden 2023 mit durchschnittlich 26,53 Euro pro Quadratmeter um fast fünf Prozent teurer inseriert als im Jahr 2022.

Für das Wohnungsmarktbarometer 2023 wurden rund 42.300 Miet- und Kaufangebote ausgewertet, die auf dem Internetportal ImmobilienScout24 veröffentlicht wurden. Seit 2016 dienen die Onlineanzeigen dieses Internetportals als Datengrundlage. Erstmalig wurden für die Jahre 2022 und 2023 auch die Anzeigen in die Auswertung aufgenommen, die kürzer als einen Tag, also nur für einige Stunden, inseriert waren.

Das Wohnungsmarktbarometer 2023 steht hier zum Download bereit:

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ifo: Auftragsmangel im Wohnungsbau geht leicht zurück

Der Auftragsmangel im Wohnungsbau ist leicht zurückgegangen. 50,2%% berichteten im Juni davon, nach 51,7% im Mai. „Der Mangel an neuen Aufträgen ist weiterhin ein großes Problem. Häuslebauer sind zurückhaltend, auch weil die Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank vorerst nur ein erster Schritt ist. Bei den Finanzierungskosten hat sich noch nicht viel getan. Das spiegelt sich auch in der Entwicklung der Baugenehmigungen“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen.

„Was heute nicht beauftragt und genehmigt wird, kann zunächst auch nicht gebaut werden“, ergänzt er. „Daher wird das Thema die Unternehmen vermutlich noch eine ganze Weile begleiten.“ Die Stornierungsquote bei Aufträgen sank ebenfalls leicht, auf 13,7% von 15,1% im Mai. Das Geschäftsklima im Wohnungsbau legte zwar etwas zu, befindet sich mit -44,3 Punkten aber weiterhin deutlich im negativen Bereich. „Von Optimismus ist die Branche noch weit entfernt“, fügt Wohlrabe hinzu.